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Prof. Dr. Peter Westhoff verabschiedet sich

03/07/2026 KategorieWissenschaftskommunikation

Vier Jahrzehnte an der HHU mit Haltung, Weitblick und wissenschaftlicher Exzellenz

Prof. Dr. Westhoff bei seiner Abschiedsvorlesung
Zuhörer*innen bei der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Westhoff
Prof. Dr. Maria von Korff Schmising übergibt Prof. Dr. Peter Westhoff ein Abschiedsgeschenk
Prof. Dr Anja Steinbeck und Prof. Dr Peter Westhoff
Prof. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner, Prof. Dr. Peter Westhoff und Prof. Dr. Anja Steinbeck unterhalten sich

Am Freitag, den 3. Juli 2026, hielt Prof. Dr. Peter Westhoff an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) seine Abschiedsvorlesung zum Thema „Von einzelligen Grünalgen zur Kulturpflanze Mais – eine Forschungsreise mit der Photosynthese“. Im Anschluss fand ein informelles Zusammenkommen im Botanischen Garten statt, den Westhoff seit 2010 als Direktor leitete. Die Veranstaltung markiert den Abschluss einer herausragenden akademischen Laufbahn, die die HHU, die Pflanzenforschung und die deutsche Wissenschaftspolitik über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt hat.

Peter Westhoff wurde 1951 in Warburg-Welda geboren. Sein Bildungsweg steht exemplarisch für eine Generation, in der ein akademischer Werdegang keineswegs selbstverständlich war, sondern auf Eigeninitiative, Leistungsbereitschaft und den Bildungschancen beruhte, die sich damals eröffneten. Er studierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen Biologie, Chemie und Pädagogische Psychologie. Nach dem Lehramtsstaatsexamen im Jahr 1977 promovierte er dort 1980, bevor er sich 1985 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Fach Botanik habilitierte. Nach einem zweijährigen Aufenthalt an der Universität München folgte er 1988 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Entwicklungs- und Molekularbiologie der Pflanzen an der HHU.

Über viele Jahrzehnte hat Peter Westhoff die Universität im besten Sinne des Wortes geprägt und ihr in unterschiedlichsten Funktionen gedient. Er war Geschäftsführender Leiter der wissenschaftlichen Einrichtung Biologie, Prodekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und von 2004 bis 2007 deren Dekan. Von 2010 an leitete er den Botanischen Garten der HHU, bevor er von 2014 bis 2020 als Prorektor für Forschung und Transfer die strategische Entwicklung der Universität mitgestaltete. Rückblickend wird deutlich, wie prägend diese Jahre für die Forschungsentwicklung der Universität waren. Peter Westhoff verstand das Amt nicht als Verwaltungsaufgabe, sondern als wissenschaftliche Gestaltungsverantwortung. Verantwortung zu übernehmen war für ihn selbstverständlich. Dabei handelte er stets ausgesprochen mannschaftsdienlich – im Interesse der Universität und der gemeinsamen Sache, nie mit dem Ziel, sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Sein wissenschaftliches Interesse galt vor allem der Photosynthese – insbesondere der Frage, wie sich die besonders effiziente C4-Photosynthese, die beispielsweise im Mais vorkommt, im Laufe der Evolution mehrfach unabhängig entwickelt hat und wie dieses Wissen für andere Nutzpflanzen genutzt werden kann. Um diese Fragen zu beantworten, gehörte Peter Westhoff zu den ersten Wissenschaftlern, die das Potenzial der Pflanzengattung Flaveria erkannten und sie als Modellsystem nutzten, um die Evolution der hocheffizienten C4-Photosynthese sowie der C3-C4-Übergangsformen systematisch zu erforschen. Mit seiner Forschung war er an zahlreichen nationalen und internationalen Projekten beteiligt. Von 2007 bis 2012 war er Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB 590 und gehörte 2012 zu den Initiatoren des Exzellenzclusters CEPLAS, den die Universitäten Düsseldorf und Köln gemeinsam aufgebaut haben.

Peter Westhoff hat CEPLAS nachhaltig geprägt. Über viele Jahre koordinierte er den Forschungsbereich Photosynthese und war weit mehr als dessen wissenschaftlicher Leiter. Generationen von Nachwuchswissenschaftler*innen profitierten von seiner Erfahrung, seiner Offenheit und seiner Bereitschaft, sich Zeit für ihre Fragen zu nehmen. Selbst nach seiner aktiven Zeit blieb er CEPLAS als Mentor eng verbunden und stand dem Cluster mit Rat und Tat und großer persönlicher Unterstützung zur Seite.

Sein umfassender Erfahrungsschatz im Wissenschaftssystem, sein feines Gespür für wissenschaftliche Qualität und sein strategischer Weitblick machten ihn zu einem geschätzten Berater weit über die Universität hinaus. Ob als Prorektor, in universitätsübergreifenden Initiativen oder bei der Entwicklung neuer Forschungsvorhaben – Peter Westhoff scheute sich nie, die Rolle des advocatus diaboli einzunehmen. Mit seinen kritischen und bisweilen unbequemen Fragen half er, Ideen zu schärfen, Argumente zu präzisieren und Projekte weiter zu entwickeln. Von dieser Fähigkeit profitierten zahllose Kolleg*innen und Nachwuchswissenschaftler*innen. 

Seine langjährige Tätigkeit als Gutachter für Organisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die französische Agence Nationale de la Recherche sowie seine Mitgliedschaft im DFG-Senat von 2006 bis 2012 spiegeln das große Vertrauen wider, das ihm die wissenschaftliche Gemeinschaft entgegenbrachte.

2013 wurde Peter Westhoff in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur seine Forschungsleistung, sondern auch sein Engagement für Wissenschaft und Wissenschaftspolitik.

Wer mit Peter Westhoff zusammengearbeitet hat, wird sich jedoch nicht nur an seine wissenschaftlichen Erfolge erinnern. Er war an der Universität stets für seine pragmatische und unkomplizierte Art bekannt. Auch begegnete er neuen Ideen stets mit Offenheit und Neugier statt mit Vorbehalten. Lange bevor Wissenschaftskommunikation zu einem festen Begriff wurde, setzte er sich mit großer Überzeugung dafür ein, Forschung verständlich zu vermitteln und ihre Bedeutung für die Gesellschaft sichtbar zu machen. Seine Arbeitsweise war dabei stets von hoher Sorgfalt und Professionalität sowie einer klaren Ergebnisorientierung geprägt, was ihn zu einem verlässlichen und geschätzten Partner in Forschung, Lehre und Hochschulpolitik machte.

Vor allem aber ist Peter Westhoff für viele von uns ein aufgeschlossener Gesprächspartner. Seine Tür steht immer offen – nicht nur für wissenschaftliche Fragen, sondern auch für Gespräche über alles, was das Leben an einer Universität und darüber hinaus ausmacht. Mit großem persönlichem Interesse, feinem Humor und intellektueller Neugier kann er zuhören, leidenschaftlich diskutieren und Denkanstöße geben. Viele Begegnungen mit ihm sind deshalb weit mehr als fachlicher Austausch.

Wir danken Peter Westhoff herzlich für alles, was er für die Universität, für CEPLAS und für die vielen Menschen geleistet hat, die er auf ihrem Weg begleitet hat. Wir freuen uns darauf, dass er uns – hoffentlich noch lange – als geschätzter Mentor, Berater, Ideengeber und nicht zuletzt als inspirierender Gesprächspartner verbunden bleibt.