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Von der Neugier zur Innovation

22/09/2025

Der 4. TransPLANT Day beim Future Tech Fest in Düsseldorf zeigte, wie exzellente Pflanzenforschung den Weg von der Neugier bis zur Deep-Tech-Innovation nimmt.

Eine Gruppe von Personen diskutiert auf einer Bühne
Das TRANSPLANT team for the TRANSPLANT Stand.
Zwei Männer unterhalten sich auf Barhockern
Podiumsdiskussion auf einer Bühne, Publikum im Vordergrund.

Die Initiative TransPLANT, die von CEPLAS initiiert wurde, hat das Ziel eine der größten Herausforderungen des Forschungstransfers anzugehen: die Umwandlung von neugiergetriebener Grundlagenforschung in sozioökonomische Wirkung.
Wir möchten, dass Forschende sich nicht nur als Wissensschaffende sehen, sondern auch als Innovationstreibende — Menschen, die die Zukunft gestalten, indem sie die Wissenschaft vorantreiben und zugleich Unternehmen, Arbeitsplätze und Lösungen schaffen, die das Innovationsökosystem und die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen (NRW) stärken.
Zu lange haben viele brillante Wissenschaftler*innen Unternehmertum oder marktorientierte Lösungen als weit entfernt von ihrer Rolle wahrgenommen. TransPLANT wurde auch deshalb gestartet, um dieses Mindset zu ändern — indem Forschende mit Gründer*innen, Investor*innen, Unternehmen und politischen Entscheidungsträger*innen zusammengebracht werden, um zu erkunden, wie bahnbrechende Wissenschaft zu Deep-Tech-Startups, Scale-ups und sogar börsennotierten Unternehmen werden kann.

Im Jahr 2025 fand TransPLANT Days als vierteilige Reihe an unseren Partneruniversitäten statt:

  • 1. TransPLANT Day — Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) „CEPLAS Meets Industry“ – 13. März 2025
  • 2. TransPLANT Day — Universität zu Köln (UzK) „Supporting Entrepreneurial Scientists and Science-Based Startups“ – 15. Mai 2025
  • 3. TransPLANT Day — Hochschule Rhein-Waal (HSRW) „Engaging Farmers to Impact Society Through Applied Plant Research“ – 2. Juli 2025
  • 4. TransPLANT Day — beim Future Tech Fest „Funding the Journey from Research to Deep Tech“ – 11. September 2025

 

Highlights vom 4. TransPLANT Day

Der 4. TransPLANT Day brachte Forschende von HHU, UzK und HSRW mit Gründer*innen, Investor*innen und Entscheidungsträger*innen aus ganz NRW zusammen — vereint durch eine zentrale Frage: Wer finanziert die Zukunft — und wie kommen wir von hier dorthin?

Der Tag begann mit dem TransPLANT Networking Reception: Connecting Entrepreneurial Scientists, Students, Entrepreneurs and Entrepreneurial Organizations, bei dem Nachwuchsforschende, Startup-Teams und Investor*innen im direkten Austausch Perspektiven teilten.
Im TransPLANT Fireside Chat: From Breakthrough Science to Scale-Ups berichtete Tim Hiddemann, Geschäftsführer der Gateway Factory, was nötig ist, um Deep Science in skalierbare Unternehmen zu verwandeln — warum ein unternehmerisches Mindset von Anfang an zählt, wie die Gateway Factory Teams von den ersten Erfolgen bis zur internationalen Skalierung unterstützt und wie TransPLANT Forschenden hilft, Innovationsnetzwerke aufzubauen und erste Startup-Konzepte zu entwickeln. Diese Projekte können anschließend durch Mentoring, Industriepartnerschaften und Investitionszugänge der Gateway Factory weiter unterstützt werden.
Wir präsentierten zudem inspirierende Beispiele wie Plantman — ein CEPLAS-basiertes Konzept zur Entwicklung pflanzenbasierter Therapeutika gegen Huntington-Krankheit — sowie studentische Projekte wie das iGEM-Team, das bereits die Grenzen von Pflanzenwissenschaft, synthetischer Biologie und Nachhaltigkeit verschiebt.

Wie Tim auf LinkedIn schrieb: „Where Plant Sciences & Deep Tech Scaling intersect: Great conversation with Dr. Ricardo Godínez-Moreno at Future Tech Fest on how to turn excellent science into business ventures to get to the real-world impact, i.e. scale, that is required.“

Ein 360°-Blick auf die Finanzierung der Zukunft
Wir schlossen den Tag mit der TransPLANT Panel Discussion: „Who Funds the Future? The 20-Year Journey from Scientific Discovery to Deep-Tech IPO“, moderiert von Daniel Stadler (NMWP Management GmbH).
Das Panel vereinte Venture-Capital-Investor*innen, Regierungsvertreter*innen, unternehmerische Wissenschaftler*innen und Innovationsakteur*innen, die eine 360°-Perspektive auf die Reise vom Labor zur Wirkung gaben.
Panelist*innen waren u. a.:
Sabine Blankenship (MWIKE.NRW) über die Rolle frühzeitiger öffentlicher Förderung und Markteinbindung zur Risikominimierung.

  • Jan Engels (High-Tech Gründerfonds – HTGF) über den Transfer wissenschaftlichen Potenzials in investierbare Startups und seinen eigenen Weg vom Wissenschaftler zum Venture Capitalist.
  • Georg Lentzen (b.value AG) über die Bedeutung geduldiger Investor:innen für lange Entwicklungszyklen in hardware-intensiven Bereichen wie synthetischer Biologie.
  •  Prateek Mahalwar (BIOWEG) über den Einfluss interdisziplinärer Teams und klarer Marktfokussierung beim Übergang von Forschung zu Produktion.
  • Tim Paulke (NUNOS) über die Rolle nicht-verwässernder Finanzierung beim Überwinden des „Valley of Death“ seines DLR-Spin-offs.

Gemeinsam machten sie deutlich: Ein Scaling-Mindset ist nicht nur eine Wachstumsphase — es ist der entscheidende Schritt, der wissenschaftliche Durchbrüche in zugängliche, bezahlbare und wirkungsvolle Lösungen verwandelt. Skalierung erfordert geduldiges Kapital, kollaborative Ökosysteme und langfristige Vision — und ist der Weg, wie Wissenschaft letztlich sozioökonomische Wirkung, Innovation und Arbeitsplätze schafft.

Unsere Mission
Jede große Lösung beginnt mit Neugier — mit mutigen Ideen, die durch Forschung und Experiment validiert werden.
Bei den TransPLANT Days ist es unsere Mission, diesen mutigen Ideen eine echte Chance zu geben — durch Inspiration, eine Kultur des Forschungstransfers und den Aufbau einer starken Community, die exzellente Wissenschaft mit Industrie- und öffentlichen Partnern, unternehmerischen Mindsets und Finanzierungsmöglichkeiten verknüpft — mit dem Ziel, Entdeckungen in greifbare sozioökonomische Wirkung zu verwandeln.
So gestalten wir die Reise von der Neugier zur Skalierung — von der Wissenschaft zur Wirkung.

 

Verfasst von: Dr. Ricardo Godinez-Moreno