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Vom Labor aufs Feld

11/07/2025

Dritter TRANSPLANT DAY in Kleve bringt Wissenschaft und Landwirtschaft zusammen.

Eine Gruppe von Menschen unterhält sich.
Ein Mann hält vor seiner Präsentation einen Vortrag mit dem Titel: Willkommen im tropischen Gewächshaus.

3. TRANSPLANT DAY: Landwirt*innen einbinden, um durch angewandte Pflanzenforschung gesellschaftliche Wirkung zu erzielen

Forschungstransfer als gemeinsame Aufgabe
TRANSPLANT DAYS und das Projekt TRANSPLANT sind Teil einer gemeinsamen Initiative, die Institutionen mit komplementären Stärken und einem gemeinsamen Ziel vereint: Pflanzenwissenschaften in greifbare gesellschaftliche Wirkung zu überführen. Während die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und die Universität zu Köln (UoC) über weltweit anerkannte Expertise in der grundlagenorientierten Pflanzenforschung verfügen, bringt die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in Kleve ihre Stärke in praxisnaher und angewandter Pflanzenwissenschaft ein. Gemeinsam bilden diese Universitäten und ihre Partner ein starkes Ökosystem für Forschungstransfer – und schlagen Brücken zwischen Wissenschaft und gesellschaftlichen Bedürfnissen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.

Vom Labor aufs Feld: Angewandte Pflanzenforschung gesellschaftlich relevant machen

Der 3. TRANSPLANT DAY unterstrich das Engagement von CEPLAS für den Forschungstransfer in den Pflanzenwissenschaften – mit einem besonderen Fokus auf praktische Anwendungen in der Landwirtschaft. Gastgeberin war die Hochschule Rhein-Waal in Kleve, die den langfristigen Austausch zwischen Wissenschaft, Start-ups und Landwirt*innen zur Förderung nachhaltiger Agrarsysteme in den Mittelpunkt stellte. Prof. Dr. Jens Gebauer (HSRW) eröffnete die Veranstaltung mit Einblicken in partizipative und angewandte Forschung, gefolgt von Prof. Dr. Guido Grossmann (HHU), der die Ziele von CEPLAS TRANSPLANT vorstellte. Dr. Jan Dietrich, Innovationsmanager an der HSRW, moderierte das Programm. Die Teilnehmenden diskutierten zentrale Themen wie regionale Zusammenarbeit, Feldversuche und Wissenstransfer. Fachvorträge und eine Podiumsdiskussion beleuchteten sowohl bestehende Hürden – etwa fehlende Anreize und mangelnde Kommunikation – als auch Chancen für agroökologische und technologische Innovationen.

Höhepunkte des dritten TRANSPLANT DAY

Dr. Jan Dietrich eröffnete die Highlight-Session und stellte Referent*innen vor, deren Arbeiten beispielhaft zeigen, wie Pflanzenforschung durch reale Kooperationen in die Praxis gelangt. Die Vorträge zeigten komplementäre Ansätze, die auf Partnerschaften mit Praktiker*innen und iterativer Entwicklung basieren.
Débora Monteiro Moretti, Mitgründerin und Co-CEO von NutriSen, präsentierte ein intelligentes Biosensor-System, das mit Unterstützung des Europäischen Innovationsrats (EIC) entwickelt wurde. Es ermöglicht Landwirt*innen, Nährstoffwerte von Pflanzen in Echtzeit zu überwachen. Die Technologie wurde kontinuierlich anhand von Rückmeldungen aus der landwirtschaftlichen Praxis in mehreren Ländern weiterentwickelt – ein Beispiel für nutzerzentrierte Innovation.
Anna-Lea Ortmann und Hendrik van Aken stellten das Agroforst Living Lab vor – ein Gemeinschaftsprojekt zwischen HSRW-Forschenden und dem Berkhöfel-Hof. Durch ihren partizipativen Ansatz entstanden u. a. Feldversuche zu Agroforstsystemen, studentische Projekte und Experimente mit trockenresistenten Unterlagen – ein Beispiel dafür, wie akademische Forschung in landwirtschaftliche Praxis eingebettet werden kann.
Kathrin Overkämping, Projektkoordinatorin bei Agrobusiness Niederrhein und AGROPOLE, hob grenzüberschreitende Plattformen zur Förderung angewandter Forschung hervor. Projekte wie intelligente Bewässerungssysteme oder die Erprobung von Insekten als Dünger zeigen, wie Hochschulen, Unternehmen und Politik gemeinsam Innovationen in die Anwendung bringen können.
In der abschließenden Podiumsdiskussion, ebenfalls moderiert von Dr. Dietrich, wurde darüber gesprochen, wie Wissenschaft und Landwirtschaft effektiver zusammenarbeiten können, um nachhaltige Innovationen zu fördern. Luc Boekholt (Stadt Kleve) betonte die Rolle der Kommunen bei der Unterstützung forschungsbasierter Nachhaltigkeit, während Ruth Laakmann (Schanzenhof Niederrhein) aus Sicht der Landwirtschaft über Erwartungen und Herausforderungen bei der Zusammenarbeit mit der Forschung sprach.
Die Vorträge und Diskussionen machten deutlich: Partizipative Forschung, nutzerorientierte Entwicklung und Netzwerke mit verschiedenen Akteurinnen erzeugen greifbare Wirkung in der Landwirtschaft. Der TRANSPLANT DAY bekräftigte sein zentrales Ziel: Kooperation zwischen Wissenschaft, Praxis und Innovation fördern – für ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Agrarsystem. Gleichzeitig wurden bestehende Herausforderungen sichtbar, darunter Zeitmangel, Finanzierungslücken, unzureichende Anreize, fehlende Leistungsindikatoren und Kommunikationsbarrieren.

TRANSPLANT DAYS: Eine Community mit Wirkung aufbauen
Wie Dr. Ricardo Godínez Moreno, Innovationsmanager bei TRANSPLANT/HHU, betont:
„Die Veranstaltungsreihe TRANSPLANT DAYS schlägt eine Brücke zwischen grundlagenorientierter und angewandter Forschung und deren Wirkung auf die Gesellschaft. Indem wir eine Kultur des LERNENS über Forschungstransfer fördern, starke VERBINDUNGEN ermöglichen und konkrete WIRKUNG anstreben, entsteht durch die TRANSPLANT DAYS eine lebendige, wachsende Community über Sektorgrenzen hinweg. Durch kontinuierliche Transferarbeit und wiederholte Zusammenarbeit möchten wir Wissenschaft stärker an den Bedürfnissen und Herausforderungen der Gesellschaft ausrichten.“

Du willst beim nächsten TRANSPLANT DAY dabei sein? Folge CEPLAS auf LinkedIn und besuche die TRANSPLANT Event-Übersicht. Sei am Donnerstag, den 11. September, beim 4. TRANSPLANT DAY im Rahmen des Future Tech Fest dabei – mit dem Fokus darauf, wie Politik, Industrie und Venture Capital wissenschaftsbasierte Innovationen in der Pflanzenforschung und darüber hinaus voranbringen können.