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Viren als Pflanzenschützer

Bakteriophagen eröffnen neue Perspektiven für einen umweltschonenderen Pflanzenschutz.

Forschende des Forschungszentrums Jülich untersuchen, wie natürliche Viren, die gezielt Bakterien befallen, Pflanzen vor bakteriellen Krankheitserregern schützen können. Diese sogenannten Bakteriophagen eröffnen neue Perspektiven für einen umweltschonenderen Pflanzenschutz – und könnten angesichts zunehmender Hitzewellen und wachsender Belastungen für die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Ernten leisten.

In einer aktuellen Studie im Fachjournal Cell Reports untersuchten Forschende, wie Bakteriophagen bei einer bakteriellen Infektion von Pflanzen wirken. An der Studie beteiligt waren Forschende aus den Teams von Prof. Dr. Julia Frunzke, Dr. Borjana Arsova und Prof. Dr. Guido Grossmann vom Institut für Zell- und Interaktionsbiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Als Modellpflanze diente Arabidopsis thaliana, ein in der Forschung häufig verwendeter Verwandter von Raps und Kohl. Die Pflanzen wurden mit dem bakteriellen Krankheitserreger Xanthomonas campestris pv. campestris infiziert. Einige der infizierten Pflanzen erhielten zusätzlich einen passenden Bakteriophagen.

Das Ergebnis: Die infizierten Pflanzen, die mit Phagen behandelt wurden, wuchsen im Untersuchungszeitraum ähnlich gut wie nicht infizierte Kontrollpflanzen. Die Phagen verringerten nicht nur die Zahl der schädlichen Bakterien. Die Bakterien zeigten auch eine geringere Virulenz – sie waren also weniger krankmachend. Gleichzeitig fiel die Immunantwort der Pflanzen geringer aus als bei infizierten Pflanzen ohne Phagen. Das deutet darauf hin, dass die Pflanzen weniger stark unter der Infektion litten.

Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich

Originalpublikation:

Erdrich SH, Keilhammer M, Sharma S, Zupinski M, Schurr U, Grossmann G, Frunzke J & Arsova B, (2026), Phage biocontrol reduces the disease burden and modulates plant immunity through suppression of bacterial virulence Cell Reports 45(7):117622 https://doi.org/10.1016/j.celrep.2026.117622 

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