Sexuelle Fortpflanzung ohne Genaustausch
Bei der sexuellen Fortpflanzung wird die genetische Information normalerweise neu gemischt, sodass Nachkommen entstehen, die sich von ihren Eltern unterscheiden. Doch eine kleine Pflanze schlägt einen unerwarteten Weg ein. In einer neuen Studie, die nun in Nature veröffentlicht wurde, hat ein internationales Team unter der Leitung von CEPLAS-Mitglied André Marques vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln gezeigt, dass die brasilianische Schnabelriede Rhynchospora tenuis sich zwar geschlechtlich fortpflanzt – sie produziert Pollen, befruchtet ihre Eizellen und bildet Samen –, doch ein entscheidender Schritt fehlt: Der Austausch von DNA zwischen den Chromosomen beider Eltern bleibt vollständig aus. Ihre Nachkommen behalten das gleiche genetische Material wie ihre Mütter bei, was praktisch einer klonalen Fortpflanzung gleicht.
Originalpublikation:
Zhang, M., Castellani, M., Steckenborn, S. et al. Sex without crossovers mimics clonal reproduction in Rhynchospora tenuis. Nature (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-11057-7
