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Zweiter "TRANSPLANT Day"

22/05/2025

In Köln fand der zweite "TRANSPLANT Day" unter dem Motto: "Supporting Entrepreneurial Scientists and Science-Based Startups" statt.

Sprecher*innen des zweiten "TRANSPLANT Day": Jan Gottlieb, Prof. Dr. habil. Angela Relógio, Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner
Sprecher*innen des zweiten "TRANSPLANT Day": Jan Gottlieb, Prof. Dr. habil. Angela Relógio, Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner
Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion

Am 15. Mai 2025 fand an der Universität zu Köln der zweite TRANSPLANT Day unter dem Motto „Supporting Entrepreneurial Scientists and Science-Based Startups“ statt. Im Rahmen der TRANSPLANT-Initiative ist das Ziel dieses Veranstaltungsformats CEPLAS-Forschenden Wege aufzuzeigen, wie Grundlagenforschung gesellschaftlichen Impact entfalten kann. TRANSPLANT wird von der HHU Düsseldorf, der Universität zu Köln und der Hochschule Rhein-Waal koordiniert und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Das Projekt möchte eine Schnittestelle bilden zwischen pflanzenwissenschaftlicher Grundlagenforschung, Innovation, Industrie und Unternehmertum.

Die Veranstaltung wurde eröffnet von Prof. Dr. Stanislav Kopriva, Prodekan für Forschung an der Universität zu Köln, mit einer Einführung in das TRANSPLANT-Programm. Anschließend stellte Dr. Ricardo Godinez-Moreno, Innovationsmanager bei TRANSPLANT/CEPLAS, HHU, dieSprecher*innenvorWissenschaftler*innen, die erfolgreich den Schritt von der Grundlagenforschung zu wissenschaftsbasierten Start-ups gegangen sind.

Univ.-Prof. em. Dr. Dr. h.c. Detlev Riesner, Mitgründer von QIAGEN, berichtete, wie sein Hintergrund in der Biophysik zur Gründung eines der führenden Biotechnologieunternehmen Deutschlands führte. Er hob drei Eigenschaften hervor, die für den Erfolg eines Start-ups entscheidend sind: Charakter, Ausdauer und Teamgeist. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass bahnbrechende Innovationen oft aus der Grundlagenforschung und der Schaffung neuer Märkte hervorgehen.

Jan Gottlieb, Mitgründer von Traitomic A/S, zeigte, wie Pflanzenforschung zu transformativen Anwendungen führen kann. Grundlage dafür sind jahrzehntelange Arbeiten am Carlsberg-Laboratorium, das aus einer Vision der Grundlagenforschung entstanden ist und diese bis heute unterstützt. Jan erläuterte, wie die FIND-IT-Technologie von Traitomic eine schnelle, nicht-GVO-basierte Merkmalsentwicklung ermöglicht und präsentierte Beispiele dafür, wie Pflanzenwissenschaften nachhaltige und industrie-relevante Lösungen liefern können.

Prof. Dr. habil. Angela Relógio, Professorin an der MSH und CEO der TimeTeller GmbH, stellte die Gründung ihres Health-Tech-Start-ups vor, das Erkenntnisse der zirkadianen Biologie in der Onkologie anwendet. TimeTellers nicht-invasives Diagnosetool optimiert die Medikamentengabe anhand der biologischen Uhr der Patient*innen und zeigt exemplarisch, wie Erkenntnisse aus der universitären Forschung in konkrete medizinische Technologien überführt werden können. Prof. Relógio betonte außerdem die Bedeutung gründungsfreundlicher Rahmenbedingungen in Technologietransferstellen und sprach darüber, wie solche Strukturen Anreize für Professor*innen und Gründer*innen schaffen, langfristig an Hochschulen zu bleiben und dort Start-ups zu entwickeln.

Im Anschluss an die Vorträge moderierte Dr. Bernadett Simon, Leiterin der Transferstelle der Universität zu Köln, eine Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen von Unterstützungsorganisationen aus dem Start-up- und Innovationsökosystem Düsseldorf/Köln (BIO.NRW, CEDUS, Gateway). Ernesto Llamas vom Start-up-Projekt „Plantman“, das aus CEPLAS-Forschung an der Universität zu Köln hervorgegangen ist, berichtete von seinen Erfahrungen mit regionalen Unterstützungsstrukturen während der Gründungsphase.

Gemeinsam skizzierten die Teilnehmenden die verfügbaren Unterstützungsangebote für Wissenschaftler*innen entlang des gesamten Start-up-Lebenszyklus – von der Ideenentwicklung über die weitere Ausarbeitung bis hin zur Finanzierung und dem Marktzugang. Dabei wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forschenden und professionellen Innovationspartnern hervorgehoben, um wissenschaftliche Fortschritte in die Anwendung zu überführen.

Die Veranstaltung endete mit einer Networking-Session, bei der CEPLAS-Forschende und weitere Beteiligte Ideen austauschten und Kooperationsmöglichkeiten erkundeten – ein wesentlicher Bestandteil der TRANSPLANT-Mission, den Forschungstransfer durch Community-Building zu beschleunigen.

 

TRANSPLANT ist ein wissenschaftliches Gemeinschaftsprojekt zur Förderung des Forschungstransfers in der Grundlagenforschung der Pflanzenwissenschaften. Forscher*innen der HHU, der UzK und der HSRW haben sich zusammengeschlossen, um die sozioökonomischen Auswirkungen der Grundlagenforschung zu steigern, öffentlich-private Partnerschaften zwischen Industrie und Universitäten zu fördern und den Unternehmergeist unter den Wissenschaftler*innen anzuregen. TRANSPLANT ist bei CEPLAS verankert und wird vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW unterstützt.  

Die TRANSPLANT Days bestehen aus einer Reihe von Veranstaltungen, die darauf abzielen, die Lücke zwischen der Grundlagenforschung und ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft durch Forschungstransfer und wissenschaftliches Unternehmertum zu schließen. Ziel des Programms ist es, die Kommunikation, das Lernen über Forschungstransfer und die Verbindung zwischen Mitgliedern, Partnern und Organisationen innerhalb des CEPLAS-Ökosystems zu erleichtern und gleichzeitig Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu identifizieren und die Auswirkungen der Grundlagenforschung auf die Gesellschaft zu verstärken.  

Die nächsten TRANSPLANT Days umfassen folgende Veranstaltungen: 

  • 2. Juli 2025: Engaging farmers to impact society through applied plant research
  • 11. September 2025: Government, industry, and venture capital funding for research transfer