Öffentliche Stellungnahme zu Genomeditierung in der Pflanzenforschung

Zwei Jahre nach dem EuGH-Urteil erneuern Europäische Wissenschaftler*innen ihren Aufruf, die Genomeditierung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu ermöglichen.

 

Initiiert durch das Netzwerk EU-SAGE (European Sustainable Agriculture through Genome Editing), das 131 pflanzenwissenschaftliche Institute und Verbundprojekte vertritt, veröffentlichen Europäische Forscher*innen eine öffentliche Stellungnahme über die Nutzung der Genomeditierung für eine nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Die Unterzeichner*innen des offenen Briefes weisen darauf hin, dass diese strengen Regularien die Nutzung der neuen Züchtungstechniken für die schnelle Entwicklung neuer, verbesserter Nutzpflanzensorten behindern. Diese neuen Sorten werden jedoch dringend benötigt, nicht nur wegen der veränderten klimatischen Bedingungen, die sich bereits in den ausgedehnten Dürreperioden der letzten Sommer gezeigt haben. Sie können auch dazu beitragen, die Abhängigkeit von Pestiziden und Düngemitteln zu verringern und nährstoffreichere Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren.

Anlass für den offenen Brief ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom 25. Juli 2018, dass Pflanzen, die durch Genomeditierung („Genschere“, z.B. CRISPR/Cas) erzeugt wurden, genauso wie transgene Pflanzen als gentechnisch veränderte Organismen ("GVO") eingestuft und genauso streng reguliert werden müssen wie transgene Pflanzen.

Seit dem Urteil haben sich eine Vielzahl anerkannter Institutionen im In- und Ausland für eine Novellierung des Gentechnikrechts ausgesprochen, darunter die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gemeinsam mit der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften und der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Bioökonomierat.

Öffentliche Stellungnahme von EU-SAGE zu Genomeditierung in der Pflanzenforschung

Heinrich Heine University
University of Cologne
Max Planck Institute for Plant Breeding Research
Forschungszentrum Jülich