Berufsfeldpraktikum 2017 - Schüler/innen bringen interessante Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Wurzeln und Mikroben ans Licht

Wie weckt man das Interesse von Schüler/innen und angehenden Lehrer/innen an biologischen Vorgängen in Pflanzenwurzeln, die normalerweise unter der Oberfläche verborgen bleiben? Das war das Motto des Berufsfeldpraktikums, das Bachelor-Studierende im Frühjahr 2017 absolviert haben. Das Berufsfeldpraktikum wurde im Rahmen des CEPLAS Wissenstransferprojekts „Research & Education“ angeboten, dessen Ziel es ist, den Transfer von Forschungsthemen in den Schulunterricht zu fördern.

Die zentrale Forschungsfrage des Berufsfeldpraktikums war, welche Einflüsse bodenlebende Mikroorganismen auf das Pflanzenwachstum ausüben können und wie man Bakterien, Pilze und „Urwesen“ (sprich Protisten) sichtbar machen kann.

Im ersten Teil ihres Berufsfeldpraktikums entwickelten Studierende des Lehramtsstudiengangs Biologie während eines 3-wöchigen Laborpraktikums Versuche und Lehrmaterialien für Schüler/innen. Angeleitet wurden die Lehramtsstudierenden von Wissenschaftler/innen der CEPLAS-Gruppen von Prof. Marcel Bucher und Prof. Michael Bonkowski sowie vom Institut für Biologiedidaktik. Während des Praktikums sollten die Studierenden Pflanzenmaterial schneiden, färben, mikroskopieren und messen, um Mikroorganismen und spezialisierte Wurzelorgane sichtbar zu machen, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleiben. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen und den spannendsten Versuchsansätzen entwickelten die Studierenden Lehrmaterialien für Oberstufenschüler/innen (16-18 Jahre alt).
Für den zweiten Teil kamen 14 Schüler/innen des Ville-Gymnasiums Erftstadt und der Ursulinenschule Hersel für sechs Tage (davon drei Ferientage!) an die Universität zu Köln und konnten Forschung selbst erleben – angeleitet von Wissenschaftler/innen und den Lehramtsstudierenden, die auf diese Weise selbst erste Lehrerfahrung sammelten.

In den Lehrlaboren des Botanischen Instituts führten die Schüler/innen mit dem zuvor entwickelten Lehrmaterial verschiedene anspruchsvolle Experimente zu Themen durch, an denen momentan auch im Exzellenzcluster CEPLAS geforscht wird, z.B. erforschten die Schüler/innen den Wurzelraum von Pflanzen der Familie der Fabaceaen (Schmetterlingsblütler). In diesen Tagen bekamen die Schüler/innen einen guten Einblick in aktuelle Forschungsthemen und in ein bedeutendes Betätigungsfeld in den Naturwissenschaften. Sowohl für die Schüler/innen als auch für die Lehramtsstudierenden war es ein spannendes Erlebnis, aktuelle Forschung einmal selbst durchzuführen und mit Professor/innen, Postdocs und Promovierenden zusammen zu arbeiten und zu diskutieren. In der Abschlussveranstaltung präsentierten die Schüler/innen ihre Ergebnisse in Form eines wissenschaftlichen Vortrags vor Lehrkräften, Mitschüler/innen und Wissenschaftler/innen und zusätzlich in Form von Postern, die an ihren Schulen ausgestellt werden.

An den bisher drei im CEPLAS Research & Education Programm durchgeführten Schüler/innen-Forschungspraktika haben bereits ca. 40 Jungforschende teilgenommen.

Das Berufsfeldpraktikum im Rahmen von CEPLAS Research & Education wird derzeit regelmäßig jedes Semester angeboten. Es richtet sich an Lehramtsstudierende im 3.-5. Semester. Weitere Informationen gibt  es auf diesen Seiten: CEPLAS Research and Education und KLIPS2. Interessierte Studierende melden sich bitte bei Dr. Anne Braun oder Dr. Mitzi Villajuana-Bonequi (ceplas-resedu[at]uni-koeln.de).

CEPLAS Forschungsgruppenleiter/innen, die sich mit eigenen Forschungsthemen beteiligen möchten, melden sich bitte bei Dr. Anne Braun, Dr. Mitzi Villajuana-Bonequi (ceplas-resedu[at]uni-koeln.de) oder Prof. Marcel Bucher (m.bucher[at]uni-koeln.de).

Heinrich Heine University
University of Cologne
Max Planck Institute for Plant Breeding Research
Forschungszentrum Jülich