Erfahrungsberichte zu Forschungsaufenthalten über den Mobility Fund

Florian Schwanke

Forschungsaufenthalt bei Prof. Yusuke Saijo am Nara Institute of Science and Technology in Ikoma, Japan, 2017

Ende 2017 bin ich zu Prof. Yusuke Saijo nach Ikoma, Japan an das Nara Institute of Science and Technology gereist, um mich mit der Forschung am pflanzlichen Immunsystem auseinanderzusetzen. Dort habe ich mit Dr. Kei Hiruma gearbeitet, der bereits mit CEPLAS an einem erfolgreichen Kollaborationsprojekt mitgewirkt hat. Mein Praktikum in Japan war Bestandteil meines Master-Studiengangs Biological Sciences an der Universität zu Köln, für das ich das Verhalten des Arabidopsis thaliana Corezeptors BAK1 während der Infektion mit verschieden Arten des Pilzes Colletotrichum untersucht habe. Obwohl mein Aufenthalt in Japan auf nur drei Monate begrenzt war, konnte ich meine Fertigkeiten im Labor verbessern und neue Eindrücke in die molekulare Interaktion von Colletotrichum Pilzen mit dem pflanzlichen Immunsystem gewinnen. Ich konnte feststellen, dass BAK1 sowohl bei der Infektion mit pathogenen, als auch mit endophytischen Colletotrichum Arten auftritt. Um eine Antwort auf die Frage zu finden, welcher molekulare Mechanismus dazu führt, dass BAK1 abgebaut wird und welche Faktoren involviert sind, habe ich eine Vielzahl von Ökotypen untersucht, um Kandidaten zu finden, die keinen BAK1 Abbau aufweisen. Bis zum Ende meines Aufenthalts gelang es mir zwei interessante Ökotypen zu identifizieren.

Für mich persönlich war es eine wichtige Erfahrung und ein großer Erfolg, in einem Labor im Ausland gearbeitet zu haben. Eine für mich interessante Beobachtung war, dass ich mich schnell an das neue Arbeitsumfeld und die neuen Arbeitsbedingungen angepasst habe. Ich habe mich von Anbeginn an meinem Arbeitsplatz willkommen gefühlt und konnte schnell neue Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. Neben dem Laboralltag habe ich die Gelegenheit genutzt, Japan und seine herzlichen sowie gastfreundlichen Einwohner und Einwohnerinnen kennenzulernen. Es war eine großartige Erfahrung, solch ein facettenreiches Land kennenzulernen, in dem ich Zeuge einer atemberaubenden Natur, einer packenden Geschichte, der Verschmelzung zweier Religionen, einzigartiger Subkulturen und von Menschen mit Gewissenhaftigkeit und Etikette wurde.

Ich bin sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und ich bin sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung von CEPLAS. Zudem möchte ich mich ausdrücklich bei Prof. Alga Zuccaro und Prof. Marcel Bucher bedanken, die mich unterstützt und mich in meinem Vorhaben bestärkt haben.

Ich kann den CEPLAS Mobility Fund jedem empfehlen, der an der Forschung in einer internationalen Arbeitsgruppe interessiert ist und von seinem Projektleiter oder seiner Projektleiterin unterstützt wird.

Fotos von Florian Schwanke

Anika Wiegard

Forschungsaufenthalt im Labor von Prof. Kazuki Terauchi, Ritsumeikan University, Kusatsu-Shiga, Japan, 2017

Auf dem Gebiet der cyanobakteriellen circadianen Forschung hat Japan eine führende Rolle inne. Meine Gastgeberin entdeckte eine oszillierende ATPase-Aktivität des Uhr-Proteins KaiC aus Synechococcus elongatus. Um meine biochemische Charakterisierung von divergierten KaiC Proteinen zu vertiefen, startete ich letztes Jahr eine Kollaboration mit Prof. Terauchi. Nun hatte ich das Vergnügen sie erneut von Juni bis August 2017 zu besuchen. Mithilfe chromatographischer und elektrophoretischer Methoden untersuchte ich die Rolle der ATP-Hydrolyse und Phosphorylierung in einem vermutlichen komplexen Netzwerk multipler Kai Proteine in Synechocystis. Es war inspirierend mich in eine andere Gruppe zu integrieren und kleine Unterschiede in z.B. der Labororganisation, Arbeitsweise und Diskussionskultur zu erfahren. Das Treffen lokaler und internationaler Wissenschaftler erweiterte mein wissenschaftliches Netzwerk und bekräftigte mein Interesse im Ausland zu arbeiten und mich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinanderzusetzen.

Ich hatte auch Zeit beeindruckende Orte in z.B. Kyoto, Tokyo, Hiroshima und Kagoshima zu besuchen. Das Alltagsleben in Japan genoss ich sehr und entdeckte sogar einige unerwartete Fähigkeiten. Wer hätte gedacht, dass ich Computer und Maschinen bedienen kann, die nur japanische Schriftzeichen anzeigen?

Vielen Dank an alle Kollegen und Studenten, die mir bei diesem und anderen Problemen halfen, ihre Freizeit mit mir verbrachten und versuchten mich in japanischer Sprache und Kultur zu unterrichten. Mein besonderer Dank gilt Oyama-san, der mich zusätzlich in neue Geräte und Methoden einwies und immer enthusiastisch mein Projekt diskutierte. Terauchi-sensei, vielen Dank für Ihre hilfreichen Empfehlungen und für die Möglichkeit meine wissenschaftliche und methodische Kompetenz in einem inspirierenden Umfeld auszubauen. Abschließend vielen Dank an CEPLAS und HeRA für die Förderung. どうもありがとうございました

Fotos von Anika Wiegard

Esther Sundermann

Forschungsaufenthalt in der Systems Biology Gruppe von Prof. Bernhard Palsson an der Universität von Kalifornien San Diego, USA, 2017

Fotos: Esther Sundermann

Ich hatte das Vergnügen die Arbeitsgruppe für System Biologie von Prof. Bernhard Palsson an der Universität von Kalifornien, San Diego (UCSD) für einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt zu besuchen. Diese großartige Gelegenheit ermöglichte es mir mein Promotionsprojekt vor Forschern zu präsentieren, die sich für das modellbasierte Vorhersagen von unterschiedlichen Organismen in verschiedenen Umgebungen interessieren. Das ermöglichte mir das Verbessern meines Projekts durch anregende Diskussionen, auf der einen Seite mit Experten aus dem Bereich der Modellierung von Photosynthese und auf der anderen Seite mit Forschern aus verwandten Bereichen. Des Weiteren habe ich Wissen über verschiedene in silico Methoden erlangen können, die in vielen verschiedenen Bereichen zur Anwendung kommen, darunter der CO2 Konzentrationsmechanismus von Diatomeen. Der Forschungsaufenthalt hat es mir ermöglicht etwas über theoretische und empirische Ansätze, die in der Palsson Gruppe verwendet werden, zu lernen und die existierende Kollaboration zu intensivieren.

Außerdem hatte ich die Möglichkeit San Diego und seine Umgebung kennenzulernen. San Diego ist eine großartige Stadt mit freundlichen und offenen Menschen, die eine Vielzahl an Aktivitäten bietet. Mein persönliches Highlight war ein Wochenendausflug in die Wüste Anza-Borrego. Dort konnte ich das Blühen der Wüstenblumen und den wunderschönen Nachthimmel genießen.

Ich habe die Zeit in der Arbeitsgruppe von Prof. Bernhard Palsson und in San Diego sehr genossen. Ich bin sehr dankbar für diese großartige Gelegenheit, die mir durch den CEPLAS Mobility Fund ermöglicht wurde.

Hier gelanden Sie zur Profilseite von Esther Sundermann.

Justin DuRant

DAAD-RISE Forschungsaufenthalt in der Arbeitsgruppe Albani an der Universität zu Köln von Mai bis August 2017

Fotos: Justin DuRant

Diesen Sommer habe ich mit Priyanka Mishra, einer CEPLAS Doktorandin in der Arbeitsgruppe von Juniorprofessorin Maria Albani an der Universität zu Köln gearbeitet. Sie forscht zu Adventivwurzeln am mehrjährigen Modelorganismus Arabis alpina. Ich studiere zur Zeit Musik und Biologie an der Universität South Carolina in den USA und ich bin sehr dankbar, dass ich mit der Unterstützung des DAAD-Rise Programms und des CEPLAS Mobility Funds nach Deutschland reisen konnte.

Während meines Praktikums haben wir die natürliche Variation der Adventivwurzeln bei Arabis alpina untersucht, sowie die Expressionsmuster der relevanten Gene. Zusammengefasst konnten wir zeigen, dass die molekularen Mechanismen, die Adventivwurzeln bei Arabis alpina regulieren, teilweise auch in der einjährigen Modellplfanze Arabis thaliana konserviert sind. 

Es war wirklich eine Freude in einer dynamischen Laborgruppe zu arbeiten, in der jeder zusammenarbeitet, um ein besseres Verständnis für das mehrjährige Wachstumsmuster von Arabis alpina zu gewinnen. Ich konnte mein wissenschaftliches Netzwerk erweitern, habe interessante neue Methoden kennengelernt und ein paar tolle neue Freunde getroffen. Darüber hinaus hat es mir Spaß gemacht, mehr über die deutsche Kultur in und außerhalb der Arbeitswelt zu erfahren, und Zeit mit Leuten aus der ganzen Welt zu verbringen. Mein Wunsch einen Master Abschluss im Ausland zu machen, insbesondere in Deutschland, ist diesen Sommer nach der unmittelbaren Erfahrung der offenen Atmosphäre und der Qualität der deutschen Institute, gewachsen.

Tabea Mettler-Altmann

Forschungsaufenthalt an der Universität von Kalifornien Los Angeles (UCLA), USA, 2017

Im Februar 2017 hatte ich das Vergnügen, das Labor von Sabeeha Merchant an der Universität von Kalifornien Los Angeles (UCLA) zu besuchen und bin sehr dankbar für die Gastfreundschaft des  Merchant - Labors. Besonders dankbar bin ich Sabeeha selbst und dem CEPLAS Mobility Fund, die mir diesen Besuch ermöglicht haben. Sabeeha‘s Arbeitsschwerpunkt liegt in der Dynamik des Stoffwechsels von Stickstoff, Eisen, Kupfer, Zink und Mangan in der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii. Sie veröffentlichte 2007 das Chlamydomonas Genom (Erbgut) und ihr Labor hält die größte Sammlung von RNAseq-Daten für diesen Organismus.
Neben der Erweiterung der Zusammenarbeit mit dem Merchant - Labor, die bisher zu zwei Veröffentlichungen in Plant Cell (eine wissenschaftliche Zeitschrift) geführt hatte, war es Ziel meines Besuches, an Manuskripten und Forschungsprojekten für meine eigene Forschung zu arbeiten. Die UCLA bot mir dazu die perfekte Umgebung. Wir haben auch die Chance genutzt, gemeinsam an einem unserer aktuellen Projekte zu arbeiten und entdeckten ein neues gemeinsames Interesse am Phosphatstoffwechsel. Abgesehen von großen wissenschaftlichen Inputs, war es sehr aufschlussreich, für ein paar Wochen Teil eines anderen Labors zu sein und deren Ansätze der Labororganisation und des Managements kennen zu lernen. Durch Gespräche mit dortigen Post-Doc-Stipendiaten konnte ich das akademische System in den USA besser kennenlernen, sowie das gemeinsame Engagement für eine fundierte Wissenschaft in der Algenforschung ergründen.
Obwohl die Regenfälle in LA die stärksten seit Jahren waren und die kalifornische Sonne nicht so oft schien, fühlte ich mich herzlich willkommen!     
Da ich schon in Kalifornien war, nutzte ich die Chance für einen kurzen Besuch der Gegend um San Francisco. Ich nutzte die Gelegenheit, mit Arthur Grossmann vom Carnegie Institut über meine jüngsten Projekte zu sprechen und erhielt sehr wertvolles Feedback. Arthur ist eine weitere Koryphäe in der Algenforschung. Ich war auch sehr erfreut, Jeffrey Moseley treffen zu können, der mir über die neuesten Aktivitäten von TerraVia (ehemals Solazyme) berichtete, welches ein Unternehmen in Süd-San Francisco ist. Abweichend vom früheren Ziel der Herstellung von Biokraftstoffen, konzentriert sich das Unternehmen nun auf die Produktion von anderen Rohstoffen aus Algen für die Industrie, wie das hochwertige Öl „Thrive“ für die Lebensmittelindustrie.   

Hier erfahren Sie mehr zur CEPLAS Technologie-Plattform: Pflanzenstoffwechsel und Metabolomik.

Fotos: Tabea Mettler-Altmann

Stephan Wawra

Forschungsaufenthalt im The Sainsbury Laboratory (TSL) in der AG Zipfel, Norwich, UK, 2016

Ich hatte das Vergnügen, die Gruppe von Cyril Zipfel am TSL in Norwich für einen 10-wöchigen Forschungsaufenthalt zu besuchen. Dort wurde ich mit großer Gastfreundschaft begrüßt und bin dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die ich von allen Labormitgliedern erhalten habe. Insbesondere muss ich Nick Holton für seine besonders gute praktische Betreuung und natürlich CEPLAS für die erhaltenen Mittel danken. Die Zipfel-Gruppe ist bekannt für ihre Kompetenz in der Arbeit mit pflanzlichen Immunrezeptoren, die die perfekte Basis war, um unsere kollaborative Arbeit bei der Identifizierung von Pflanzenrezeptorkandidaten für Pilz-β-Glucan zu beginnen. Die TSL bot die perfekte Umgebung, um diese Aufgabe zu erfüllen. Letztendlich konnte ich mit einer guten Kandidatenliste wieder heimwärts reisen. Abgesehen von der wissenschaftlichen Seite war es sehr interressant, Teil eines anderen Laborbetriebes für einige Wochen zu sein und neue Ansätze für Labororganisation und Management zu sehen. Darüber hinaus bot mir der Aufenthalt im JIC Research Park die Möglichkeit, bestehende Kooperationen zu verfolgen und neue zu starten mit in Norwich ansässigen Arbeitsgruppen. Die regelmäßig angebotenen Seminare beinhalteten eine gute Mischung aus lokalen Referenten und internationalen Gastrednern. Dies unterstützte das Gefühl von Bildung und Lernen, das ich während meines Aufenthaltes hatte.
Trotz des guten wissenschaftlichen Fortschritts gab es immer die dunkle Wolke des Brexit, die im Kopf aller Wissenschaftler herumgeisterte, die ich traf. Die meisten Menschen äußerten die Befürchtung, dass künftige Kooperationen und gemeinsame Finanzierungsmöglichkeiten durch diese Entscheidung, die nur wenige Wochen vor meiner Ankunft fiel, erschwert werden.
Auf der positiven Seite ist Norwich eine sehr interessante Stadt mit viel mittelalterlicher Architektur, Kunst, Kultur und nur einen Steinwurf von London entfernt. Persönlich bin ich der Überzeugung das man  jede Gelegenheit für internationale Zusammenarbeit zu nutzen sollte. Dafür bietet der CEPLAS Mobilitätsfond eine sehr gute Möglichkeit.

Photos provided by Stephan Wawra

Kumari Billakurthi

Forschungsaufenthalt im Labor von Prof. Tammy Sage, Kanada, 2016

In meinem Forschungsprojekt geht es um die Identifizierung von Mutanten in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana, die Veränderungen in der Kranzanatomie aufweisen. Die Charakterisierung der ausgewählten Mutanten ist jedoch schwierig, da unsere Gruppe nicht im Bereich Pflanzenanatomie spezialisiert ist. Daher habe ich meinen Mentor Prof. Peter Westhoff gefragt, ob es möglich sei für eine Zeit bei unserem Kollaborationspartner Prof. Tammy Sage der University of Toronto zu arbeiten. Die Gruppe von Tammy Sage hat viel Erfahrung in der Analyse der pflanzlichen Anatomie und verfügt über sehr gute Mikroskope. Ein Aufenthalt in dem Labor würde es mir ermöglichen, einen anatomischen Überblick über die ausgewählten Mutanten zu erhalten. Prof. Westhoff begrüßte mein Vorhaben und schlug einen Antrag auf Finanzierung meines Forschungsvorhabens über den CEPLAS mobility fund vor. Erfreulicherweise wurde meine Bewerbung zur Förderung ausgewählt.

Von Oktober bis Dezember 2016 war ich somit zu Besuch in der Arbeitsgruppe von Prof. Sage in Kanada. Die Kollegen waren sehr freundlich und hilfsbereit und haben ihre Erfahrungen hinsichtlich der Pflanzenanatomie mit mir geteilt. Ich konnte neue Fähigkeiten entwickeln und mein Forschungsvorhaben innerhalb der drei Monate vollständig durchführen. Der Aufenthalt war eine tolle Erfahrung für mich! Während meines Aufenthalts hatte ich auch die Möglichkeit, einen Vortrag vor der Canadian Society of Plant Biology (CSPB) zu halten. Darüber hinaus habe ich Chance genutzt, R-Programmierungskurse in Englisch zu belegen.

Mir persönlich hat Toronto sehr gut gefallen! Es ist eine sehr internationale, englischsprachige Stadt; dies machte es für mich einfacher, mich schnell zurecht zu finden. Es gibt viele schöne Ausflugsziele in der Natur, die sich für einen Wochenendtrip anbieten. Ich bin CEPLAS sehr dankbar für die Finanzierung meines Forschungsaufenthalts in Kanada. Anderen PhDs und Postdocs, die im Rahmen ihrer Forschung eine Zeit in einem anderen Labor zu verbringen möchten, kann ich eine Bewerbung über den mobility fund sehr empfehlen. Falls sich jemand für Kanada interessiert würde ich jedoch von einem Besuch im Winter abraten.

Photos: Kumari Billakurthi

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Henning Frerigmann

Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Kazuki Saito im RIKEN Center for Sustainable Resource Science, Yokohama, Japan, 2015 

Von meinem CEPLAS-Mentor Dr. Peter Welters (Phytowelt Green Technologies GmbH) wurde mir ein Forschungsaufenthalt im Ausland empfohlen. Zum einen, um mich persönlich weiterzuentwickeln, zum anderen aber auch um zusätzlich meine Berufsperspektiven im universitären Bereich oder der Industrie zu verbessern. Auf seine Empfehlung hin habe ich also den Vorschlag mit einigen Arbeitsgruppen aus meinem Forschungsbereich besprochen, und ein Arbeitsprogramm ausgearbeitet, das mein bisheriges Projekt mit neuen Erkenntnissen unterstützen sollte.

Dankenswerterweise hat die „Metabolomics“ Arbeitsgruppe von Prof. Kazuki Saito am RIKEN Institute (Yokohama, Japan) angeboten, mich als Gast aufzunehmen, um dort ihre ausgezeichnete Infrastruktur zu nutzen und mit exzellenten Wissenschafler/innen zusammenarbeiten zu können.
Um diesen 3-monatigen Forschungsaufenthalt in Japan durchführen zu können, habe ich mich letztes Jahr für den CEPLAS „mobility fund“ beworben. Nachdem einige bürokratische Hürden überwunden waren (es ist nicht so einfach transgenes Saatgut offiziell nach Japan zu senden!), konnte ich dann im Februar 2015 bei der Arbeitsgruppe anfangen. Die Gruppe hatte bereits mehrere Pipelines für Massenspektrometrie-basierte Analysen entwickelt, so dass ich direkt mit verschiedenen Leuten zusammenarbeiten konnte, und lernen konnte, wie diese Methoden genutzt werden.

Während der Seminare konnte ich mit den (teilweise) doch unterschiedlichen Ansätzen zur Lösung wissenschaftlicher Probleme Bekanntschaft machen und neue Projekte mit Kooperationspartnern anfangen. Neben der wissenschaftlichen Weiterbildung war es für mich eine große Erfahrung nicht nur als Tourist, sondern als „normaler“ Bürger in Tokyo zu leben und jeden Tag mit einem wirklich sehr vollen Zug von der Arbeit nach Hause zu fahren. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, kann ich daher einen Forschungsaufenthalt im Ausland jedem nur empfehlen.

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Heinrich Heine University
University of Cologne
Max Planck Institute for Plant Breeding Research
Forschungszentrum Jülich